Im Kanton Zug standen am 1. Juni 2026 nur 0,20 % der Wohnungen leer, so wenig wie in keinem anderen Kanton. Die Preise für Wohneigentum stiegen schweizweit innert Jahresfrist um 3,5 %, und die Zinsen bleiben tief: SNB-Leitzins 0 %, Referenzzinssatz 1,25 %. Für Eigentümer heisst das: Die Nachfrage ist da, entscheidend bleibt der richtige Preis.
Drei Kernaussagen für Eigentümer
- Wohnraum im Kanton Zug ist so knapp wie nirgends sonst in der Schweiz: 0,20 % Leerstand am 1. Juni 2026.
- Wohneigentum wird weiter teurer: schweizweit +3,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal, getragen von den Eigentumswohnungen.
- Die Finanzierung bleibt günstig: Die SNB hat den Leitzins am 24. September 2026 bei 0 % belassen, der Referenzzinssatz liegt unverändert bei 1,25 %.
Preise: Eigentumswohnungen ziehen an, Häuser verschnaufen
Der amtliche Wohnimmobilienpreisindex des Bundesamts für Statistik stieg im 2. Quartal 2026 um 0,7 % gegenüber dem Vorquartal und um 3,5 % gegenüber dem Vorjahresquartal, auf 127,7 Punkte (4. Quartal 2019 = 100). Die Bewegung kam von den Eigentumswohnungen (+1,6 % zum Vorquartal); Einfamilienhäuser gaben leicht nach (−0,4 %). Einen eigenen Zuger Wert weist das BFS nicht aus.
Die Angebotspreise zeigen dieselbe Richtung. Der Kaufindex von ImmoScout24 und IAZI meldet für August 2026 bei Einfamilienhäusern +4,2 % und bei Eigentumswohnungen +4,5 % innert Jahresfrist, im Schweizer Mittel CHF 8’107 beziehungsweise CHF 9’576 pro Quadratmeter. Angebotspreise sind Wünsche, keine Abschlüsse; wer den Wert seiner Liegenschaft kennen will, braucht bezahlte Preise vergleichbarer Objekte.
Angebot und Nachfrage: 126 leere Wohnungen im ganzen Kanton
Am Stichtag der Leerwohnungszählung, dem 1. Juni 2026, standen im Kanton Zug 126 Wohnungen leer. Das entspricht einer Leerwohnungsziffer von 0,20 %, der tiefsten aller Kantone, vor Genf (0,31 %) und Obwalden (0,38 %). Schweizweit sank die Ziffer von 1,00 % auf 0,93 %. Im Kanton Zug lag sie ein Jahr zuvor bei 0,42 %. Innerhalb des Kantons reicht die Spanne von 0,09 % in Neuheim bis 0,32 % in Risch.
Gleichzeitig wächst die Bevölkerung: Ende 2025 lebten 135’018 Menschen im Kanton Zug, 1’279 mehr als ein Jahr zuvor (+0,96 %). Am stärksten wuchsen Menzingen (+2,6 %), Baar (+2,1 %) und Oberägeri (+1,4 %). Mehr Nachfrage trifft auf ein Angebot, das kaum mitwächst.
Aus unseren Vermarktungen: 170 Anfragen in dreieinhalb Monaten
Vom 1. Juni bis zum 15. September 2026 erhielten wir über die Portale 170 Kaufanfragen auf 14 Inserate, im Schnitt gut zwölf pro Inserat. Der August war mit 59 Anfragen der stärkste Monat. Unsere Inserate dieses Sommers lagen in den Kantonen Aargau, Zürich, Schwyz und Luzern; die Zahlen zeigen also die Nachfrage in der Region rund um Zug, nicht im Kanton selbst.
Bei unseren belegten Verkäufen lag die Zeit vom Marktstart bis zur Käuferschaft zwischen 48 Stunden und mehreren Monaten, je nach Objekt, Lage und Preis. Unsere Erfahrung: Stimmt der Angebotspreis von Anfang an, verkürzt das die Vermarktung.
Zinsen: Leitzins 0 %, Referenzzinssatz 1,25 %
Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins an ihrer Lagebeurteilung vom 24. September 2026 bei 0 % belassen. Der hypothekarische Referenzzinssatz des Bundesamts für Wohnungswesen liegt seit dem 2. September 2025 bei 1,25 % und blieb bei der Publikation vom 2. September 2026 unverändert. Die nächste Publikation folgt am 1. Dezember 2026.
Tiefe Zinsen halten Finanzierungen tragbar und stützen die Nachfrage nach Wohneigentum. Eine weitere Senkung würde den Leitzins unter null führen; Käuferinnen und Käufer rechnen deshalb mit den heutigen Sätzen, nicht mit noch tieferen.
Ausblick
Am knappen Angebot im Kanton Zug ändert sich kurzfristig wenig: Die Bevölkerung wächst, der Leerstand ist innert eines Jahres von 0,42 % auf 0,20 % gefallen. Offen ist, ob die Einfamilienhauspreise nach dem leichten Rückgang im 2. Quartal wieder anziehen. Die nächste Quartalszahl des BFS und die Zinspublikation vom 1. Dezember 2026 prüfen wir im nächsten Bericht, ebenso, ob diese Einschätzung eingetroffen ist.
Was heisst das für Sie als Eigentümer?
Knappheit allein verkauft keine Liegenschaft. Käufer vergleichen genau, und die Finanzierung verlangt einen Preis, den die Bank mitträgt. Wer heute verkauft, profitiert von der Nachfrage, wenn der Angebotspreis auf bezahlten Vergleichspreisen beruht und nicht auf Inseraten.
Unser Rat: Lassen Sie den Wert Ihrer Liegenschaft zuerst bestimmen, bevor Sie über den Zeitpunkt entscheiden. Wir bewerten mit IAZI/CIFI-Modellen, die auch Schweizer Banken nutzen, kostenlos und unverbindlich. Zur kostenlosen Bewertung.
Quellen
Quellen anzeigen (9)
- Bundesamt für Statistik: Leerwohnungszählung 2026, Medienmitteilung vom 10.09.2026, abgerufen am 25.09.2026
- Statistikfachstelle Kanton Zug: Wohnungen und Leerwohnungen, abgerufen am 25.09.2026
- Bote der Urschweiz: Zug hat die tiefste Leerwohnungsziffer in der Schweiz (Vorjahreswert Zug 0,42 %), 10.09.2026, abgerufen am 25.09.2026
- Statistikfachstelle Kanton Zug: Bevölkerungsstand Ende 2025, abgerufen am 25.09.2026
- Bundesamt für Statistik: Wohnimmobilienpreisindex (IMPI) 2. Quartal 2026, Medienmitteilung vom 30.07.2026, abgerufen am 25.09.2026
- SMG Swiss Marketplace Group: Kaufindex ImmoScout24 und IAZI, August 2026, abgerufen am 25.09.2026
- Schweizerische Nationalbank: Geldpolitische Lagebeurteilung vom 24.09.2026, abgerufen am 25.09.2026
- Bundesamt für Wohnungswesen: Hypothekarischer Referenzzinssatz, abgerufen am 25.09.2026
- Rudat AG: eigene Auswertung der Portal-Anfragen 01.06.–15.09.2026 und belegte Verkäufe (Referenz-Datenbank), abgerufen am 25.09.2026

